

ADHS vs. Aufmerksamkeit
Ist Ablenkung der Endgegner von ADHS? @nessadhs weiß mehr und verrät dir, wie du Ablenkung und Aufmerksamkeit im Alltag besser ausbalancieren kannst!

Ist Ablenkung der Endgegner von ADHS? @nessadhs weiß mehr und verrät dir, wie du Ablenkung und Aufmerksamkeit im Alltag besser ausbalancieren kannst!
So ziemlich jede/r kennt diesen Stereotypen von ADHS: Menschen mit ADHS können sich nicht richtig konzentrieren, weil jede noch so kleine Ablenkung die Aufmerksamkeit einfordert, die doch bereits von Beginn an nur spärlich gesät ist. Wir Betroffenen wissen natürlich, dass da noch jede Menge mehr dazugehört. Aber leider ist auch ein Fünkchen Wahrheit dran – auch wenn man weiß, dass es für alle Beteiligten besser wäre, sich jetzt nur auf das Lernen zu konzentrieren, schaut man einmal nicht richtig hin und sitzt aus Versehen in einem Töpferkurs oder putzt die Fenster, auch wenn das seit dem Einzug nie vorgekommen ist – jetzt MUSS es einfach sein! Ich zeige dir, wie ich damit umgehe und welche Tipps mir mit der Aufmerksamkeit geholfen haben.
In keiner Zeit war mein damaliges WG-Zimmer so sauber, organisiert und aufgeräumt, wie in der Prüfungsphase. Egal welche noch so nervige Hausarbeit, Hauptsache nur nicht an den Schreibtisch. Dabei sind diese Aufgaben auch besonders diabolisch, weil man sich so gut selbst anlügen kann: »Naja, immerhin ist es jetzt mal so richtig sauber.«
Diese Ablenkungen können einem einfacher das Gefühl geben, etwas erreicht zu haben. Unser ADHS-Gehirn nimmt das daraus entstandene Dopamin dankend an und Aufgaben, die eben keine sofortigen Erfolge erzielen, werden ohne Umwege in den gedanklichen Schredder geworfen. Ablenkung ist an sich jedoch nicht zu verteufeln. Es ist nur das »Default ADHS Setup«, das bearbeitet werden muss. Mit ADHS gibt es oftmals nur »Alles« oder »Nichts«. Das bedeutet: Keine Ablenkung und gefrustet sein, weil man sich ja doch nicht konzentrieren kann oder nur Ablenkung, dafür aber mit schlechtem Gewissen, weil man eigentlich lernen sollte. Eine Balance zwischen gesundem Arbeitspensum und gesunder Ablenkung, um den Kopf freizubekommen, kann sehr schwerfallen.
Muss man das also hinnehmen? Nope. Mir hat es immer geholfen, Hobbys oder Ablenkungen nachzugehen, die ein natürliches Ende haben. Anstatt also Online-Games zu spielen, die man 24 Stunden ohne Pause zocken kann, habe ich eine Mütze gehäkelt. Das hat mir auch viel Zeit geklaut, aber erstens hatte ich einen sichtbaren Erfolg und zweitens keine kalten Ohren mehr.
Oft hilft es auch, kleine Reality Checks in den Alltag einzubauen. Das kann ein Wecker sein, der alle zwei Stunden klingelt, damit man nicht aus Versehen die Bude neu tapeziert oder ein Anruf, den man vorher mit Freund/innen vereinbart hat. Viele Ablenkungen passieren unterbewusst. Ich nehme mir oft nicht vor, mich abzulenken, sondern bemerke, dass ich kurz auf Autopilot geschaltet habe. Durch diese Checks hat man Sicherheit, wieder zurückzufinden, wenn man »nur mal eben schnell die Blumen gießen wollte« und sich dann doch im Keller befindet, um diesen neu zu sortieren.
Zudem empfehle ich dir, festzustellen, wann diese unterbewussten Ausflüge verstärkt passieren. Bei mir ist das häufig vorgekommen, wenn ich an einer Stelle mit dem Lernen nicht weitergekommen bin. Darüber hinaus gibt es aber auch andere Baustellen, die so ein »Auszoomen« begünstigen können. Bei mir ist das zum Beispiel der Fall, wenn mir kalt ist, ich Hunger habe, ein unbekanntes Geräusch nervt oder meine Brille drückt. In diesen Situationen kommt bei mir nur der Reiz an: »Ich habe keinen Bock mehr.«, da mein Gehirn die Reize nicht vorsortiert und mit konkreten Handlungen verknüpft.
Zudem empfehle ich dir, festzustellen, wann diese unterbewussten Ausflüge verstärkt passieren. Bei mir ist das häufig vorgekommen, wenn ich an einer Stelle mit dem Lernen nicht weitergekommen bin. Darüber hinaus gibt es aber auch andere Baustellen, die so ein »Auszoomen« begünstigen können. Bei mir ist das zum Beispiel der Fall, wenn mir kalt ist, ich Hunger habe, ein unbekanntes Geräusch nervt oder meine Brille drückt. In diesen Situationen kommt bei mir nur der Reiz an: »Ich habe keinen Bock mehr.«, da mein Gehirn die Reize nicht vorsortiert und mit konkreten Handlungen verknüpft.