

Lernen wie im Schlaf
Länger wach bleiben, früher aufstehen, am Wochenende nachholen – in der Prüfungsphase opfern viele ihren Schlaf fürs Lernen. Im Beitrag erfährst du, warum das nicht immer die beste Lösung ist und was stattdessen hilft.

Länger wach bleiben, früher aufstehen, am Wochenende nachholen – in der Prüfungsphase opfern viele ihren Schlaf fürs Lernen. Im Beitrag erfährst du, warum das nicht immer die beste Lösung ist und was stattdessen hilft.
Schlaf ist kein Luxus, sondern Teil des Lernprozesses. Während du schläfst, wird Gelerntes vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen – und genau das macht den Unterschied zwischen »nochmal gelesen« und »wirklich verinnerlicht«. Was das konkret für deine Prüfungsphase bedeutet, erfährst du im Interview mit Katharina Wenkoff
Katharina Wenkoff: Hier habe ich drei Tipps:
Licht reduzieren
Unser Schlaf-Wach-Rhythmus ist stark lichtgesteuert. Helles und vor allem blaues Licht am Abend signalisiert ihm: Jetzt ist noch Tag – bleib wach – wir brauchen kein Schlafhormon!. Eine dunkle Umgebung unterstützt andererseits die Produktion des Schlafhormons Melatonin und hilft dem Körper beim ein- und durchschlafen. Deshalb: Bildschirmzeit reduzieren, gedimmtes, amberfarbenes oder indirektes Licht nutzen, Kerzen anzünden oder eine Blaulichtfilterbrille nutzen.
Stress abbauen
Wer mit einem Gedankenkarussell ins Bett geht, schläft oft schlechter ein. Folgende Strategien können dabei helfen, Körper und Geist zur Ruhe zu bringen:
Katharina Wenkoff: Schlaf ist keine verlorene Lernzeit, sondern ein aktiver Teil des Lernprozesses. Stell dir dein Kurzzeitgedächtnis wie einen USB-Stick vor: Tagsüber speicherst du dort neue Infos – aber nach etwa 16 Stunden ist der Speicher voll. Im Schlaf werden diese Inhalte dann auf die »Festplatte« übertragen, also ins Langzeitgedächtnis. Das passiert nicht per Knopfdruck, sondern über mehrere Schlafphasen hinweg – und braucht Zeit. Etwa 8 Stunden sind für die meisten ein guter Richtwert.
Studien zeigen: Wer ausreichend schläft, erinnert sich am nächsten Tag deutlich besser an das Gelernte. Also lieber gezielter und effizienter lernen und den Schlaf nicht opfern.
Katharina Wenkoff: Nur bedingt. Klar, eine längere Nacht am Wochenende kann akute Müdigkeit zwar etwas reduzieren, viele Folgen von Schlafmangel lassen sich dadurch jedoch nicht vollständig ausgleichen. Dazu gehören unter anderem eine schlechtere Konzentration, eine verminderte Gedächtnisleistung und Stoffwechselveränderungen. Auch das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem profitieren deutlich mehr von regelmäßig ausreichend Schlaf als von gelegentlichem Ausschlafen.
Regelmäßiger Schlaf ist deshalb deutlich wertvoller als der Versuch, Schlaf am Wochenende nachzuholen.
Katharina Wenkoff: In den meisten Fällen: nein. Mehr Lernstunden bedeuten nicht automatisch mehr Lernerfolg. Das Problem: Wer früher aufsteht, kappt genau die Schlafphasen, die fürs Lernen am wichtigsten sind. In den frühen Morgenstunden passiert nämlich einiges:
Mein Rat: Nicht die Lernzeit maximieren, sondern die Qualität. Wer ausgeschlafen ist, lernt effizienter, kann sich besser konzentrieren und behält mehr.
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