




Stell dir vor, deine beste Freundin sagt, sie braucht eine Pause. Du antwortest: »Klar, nimm dir die Zeit, die du brauchst.« Jetzt stell dir vor, dein eigener Körper sendet dir genau dieselbe Nachricht – und du ignorierst sie. Dabei gilt für viele Studierende: Wer lernt, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen, trifft selbstbestimmtere Entscheidungen, schützt sich vor Überforderung und lebt insgesamt zufriedener. In diesem Beitrag erfährst du, warum das so wichtig ist und bekommst konkrete Tipps, wie du Selbstfürsorge in deinen Alltag integrierst.
Eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen stärkt Selbstfürsorge und Selbstverantwortung. Wer sie ernst nimmt, kann sich vor Überforderung schützen und die eigene Resilienz stärken.
Tipps: Stopp-Momente schaffen (»Wie geht es mir? Was brauche ich?«), im Kleinen anfangen, Bedürfnisse klar aussprechen, Nein sagen lernen und Termine mit dir selbst als Priorität planen.
Im Studium geht man selbst manchmal im Alltagschaos unter. Fristen, Erwartungen, soziale Verpflichtungen und irgendwann handelt man nur noch nach Pflichtgefühl, nicht mehr nach dem, was man selbst eigentlich braucht.
Manchmal ist daher der wichtigste Schritt, sich selbst wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Du darfst Grenzen setzen. Du darfst Nein sagen. Und du darfst auf dich achten, ohne dich dafür zu rechtfertigen. Für dich selbst einstehen bedeutet nicht Egoismus, sondern Selbstverantwortung.1
Ein bewusster Umgang mit deinen eigenen Bedürfnissen kann dich vor Überforderung schützen: Durch regelmäßige Ruhe, Erholung und Bewegung kannst du Erschöpfung vorbeugen und deine Resilienz stärken. Warum das so wichtig ist, erklärt dir auch psychologische Psychotherapeutin Nesibe in diesem Video.
1. Werde dir deiner Bedürfnisse bewusst
Viele Menschen spüren ihre Bedürfnisse erst, wenn sie schon überlastet oder frustriert sind.2 Deshalb: Stopp-Momente schaffen. Frag dich regelmäßig:
2. Fang im Kleinen an
Du musst nicht gleich dein Leben umkrempeln. Manchmal reicht es, ein Treffen abzusagen, weil du lieber allein sein willst. Oder dir eine Pause zu nehmen, ohne dich dafür zu rechtfertigen. Jede erfüllte Kleinigkeit stärkt dein Selbstwertgefühl.
3. Sprich deine Bedürfnisse aus
Wenn du z. B. Nähe brauchst, Unterstützung, Ruhe oder Austausch – sag es. Klar und ehrlich. Es ist nicht deine Aufgabe, immer stark oder pflegeleicht zu sein. Deine Bedürfnisse sind legitim, auch wenn sie unbequem sind.
4. Lerne, Nein zu sagen
Ein »Ja« zu dir selbst bedeutet oft ein »Nein« zu anderen. Und das ist okay. Grenzen zu setzen, schützt deine Energie und zeigt: Du nimmst dich ernst.
5. Mach Termine mit dir selbst – und halte sie ein
Ob Journaling, ein Spaziergang, dein Lieblingsgericht oder einfach Zeit offline: Plane bewusste Zeiten nur für dich. Nicht, wenn noch Zeit übrig ist, sondern als Priorität. Hier findest du ein paar Inspirationen für ein bisschen Zeit nur für dich.
Du hast Bedürfnisse und das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Menschlichkeit. Sie zu erfüllen ist kein Luxus, sondern Selbstfürsorge. Und je besser du auf dich achtest, desto klarer, unabhängiger und erfüllter kannst du durchs Leben gehen. Denn: Niemand sonst ist so lange mit dir zusammen wie du selbst. Versuche also, dein Leben aus vollen Zügen zu genießen 😊
1 Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The “What” and “Why” of Goal Pursuits: Human Needs and the Self-Determination of Behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268. https://doi.org/10.1207/S15327965PLI1104_01. Stand [20.05.2026]
2 „Die Kunst eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen“ in Extra Zwei unter extrazwei.de/die-kunst-eigene-beduerfnisse-zu-erkennen-und-zu-erfuellen/. Stand [20.05.2026]