Junge Frau stützt Gesicht auf ihre Hände

Umgang mit Panikattacken

22.11.2023
3 Minuten
Mental Health

Psychologin Sanaa zeigt dir, welche Strategien dir dabei helfen, Panikattacken zu überwinden und einen guten Umgang mit ihnen zu finden.

 

Sanaa Laabich ist psychologische Psychotherapeutin und arbeitet in einem Akutkrankenhaus im Bereich Psychoonkologie. Sie ist außerdem Empowerment-Trainerin und hilft jungen Menschen, ihre inneren Ressourcen zu aktivieren und im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung eine Stimme zu finden. Auf Social Media klärt sie über Themen rund um die mentale Gesundheit auf und interessiert sich dabei vor allem für Positive Psychologie sowie Resilienz. Ihre große Leidenschaft ist das Reisen und sie liebt es neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Besonders gut abschalten kann Sanaa bei einem Cappuccino im Sonnenschein und mit dem Ratschlag, den sie sich selbst regelmäßig gibt: »Wenn du es eilig hast, dann geh besonders langsam.« (Japanisches Sprichwort). Ihr Tipp für ein erfolgreiches Studium ist, sich stetig für die eigene Leistung zu belohnen, weil es motiviert am Ball zu bleiben und wenn es mal schwierig wird, sich an die eigenen übergeordneten Werte und Ziele zu erinnern: Warum hat man das Studium begonnen?

Strategien zur Bewältigung von Ängsten

Panikattacken sind für diejenigen, die sie erleben, eine überwältigende und lähmende Erfahrung. Oftmals gehen diese mit einem hohen Leidensdruck einher. Die gute Nachricht ist, du kannst den Umgang mit Panikattacken erlernen und die Kontrolle über die Angst zurückzugewinnen. In diesem Blogbeitrag werde ich dir verschiedene Strategien zur Bewältigung von Panikattacken aufzeigen. Darunter Achtsamkeitsübungen wie die 5-4-3-2-1 Methode, Entspannungs- und Atemtechniken sowie die Bedeutung der Konfrontation der Angst und den Abbau von Sicherheits- und Vermeidungsverhalten.

Panikattacken verstehen

Bevor ich auf Bewältigungsstrategien eingehe, ist es wichtig, zu verstehen, was im Körper während einer Panikattacke passiert. Panikattacken sind oft von Symptomen wie Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Zittern und intensiver Angst begleitet. Diese Symptome können so überwältigend sein, dass sie das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Durch Fehlinterpretation der Symptome als »lebensbedrohlich« kommt es zu einem schnellen Anstieg der Angst durch verstärkte Wahrnehmung der körperlichen Symptome. Hier erfährst du mehr über die Symptome von Panikattacken.

Achtsamkeit zur Bewältigung von Panikattacken

Eine effektive Methode zur Bewältigung von Panikattacken ist die Achtsamkeit. Eine beliebte Übung, um in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren und die Angst zu reduzieren, ist die »5-4-3-2-1 Methode«. Hierbei konzentriert man sich auf:

  • 5 Dinge, die du sehen kannst: Schau dich um und nenne fünf sichtbare Objekte in deiner Umgebung.
  • 4 Dinge, die du anfassen kannst: Berühre vier verschiedene Oberflächen und spüre ihre Textur.
  • 3 Dinge, die du hören kannst: Lausche auf Geräusche in deiner Umgebung und identifiziere drei davon.
  • 2 Dinge, die du riechen kannst: Rieche bewusst an Dingen und erkenne zwei verschiedene Gerüche.
  • 1 Ding, das du schmecken kannst: Achte auf deinen Geschmackssinn und konzentriere dich auf einen Geschmack in deinem Mund, wenn du etwas zu dir nimmst.

Diese Übung lenkt deine Aufmerksamkeit vom Angstauslöser weg und hilft, dich im Hier und Jetzt zu verankern.

Entspannungs- und Atemtechniken

Entspannungs- und Atemtechniken können ebenfalls hilfreich sein, um Panikattacken zu bewältigen. Tiefes Atmen, bei dem du langsam und bewusst ein- und ausatmest, kann die körperlichen Symptome der Panik reduzieren. Progressive Muskelentspannung, bei der du nacheinander verschiedene Muskelgruppen anspannst und dann entspannst, kann helfen, körperliche Spannungen abzubauen.

Konfrontation der Angst und Abbau von Sicherheits- und Vermeidungsverhalten

Um langfristig Ängste zu überwinden, ist es wichtig zu verstehen, dass die Konfrontation der Angst ein zentraler Bestandteil der Bewältigung von Panikattacken ist. Wenn Betroffene Situationen oder Orte vermeiden, die Angst machen, wird die Angst langfristig verstärkt. Das Sicherheits- und Vermeidungsverhalten bestätigt nämlich die Überzeugung, dass diese Situationen gefährlich sind. Die Herausforderung besteht darin, diese Muster zu durchbrechen. Die schrittweise Konfrontation der Angst kann dabei helfen, die Panik zu überwinden. 

Beginne mit kleinen Schritten und arbeite dich zu den Situationen vor, die dir am meisten Angst machen. 
Während des Prozesses werden Entspannungs- und Atemtechniken sowie Achtsamkeitsübungen nützlich sein, um dich zu beruhigen.

Die Überwindung von Panikattacken ist möglich

Panikattacken können beängstigend sein, aber sie sind nicht unüberwindbar. Die Kombination von Achtsamkeitsübungen wie der 5-4-3-2-1 Methode, Entspannungs- und Atemtechniken sowie der Konfrontation der Angst und dem Abbau von Sicherheits- und Vermeidungsverhalten kann dir helfen, die Kontrolle über deine Angst zurückzugewinnen. Es ist wichtig, Geduld mit dir selbst zu haben und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn nötig. Mit der richtigen Unterstützung und den richtigen Techniken kannst du lernen, deine Panikattacken zu bewältigen und ein Leben zu führen, was deinen Werten und Zielen entspricht.


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