Junger Mann sitzt nachdenklich draußen zusammen mit einer Frau in einem Café

Unterstützung für Betroffene von sexualisierter Gewalt

21.08.2024
3 Minuten
Social Stuff

Sexualisierte Gewalt ist ein ernstes Thema, das leider auch in Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Hochschulen existiert. Psychotherapeutin Sanaa zeigt dir, wie du Betroffene unterstützen kannst und was du selbst tun kannst, wenn du betroffen bist.

 

Sanaa Laabich ist psychologische Psychotherapeutin und arbeitet in einem Akutkrankenhaus im Bereich Psychoonkologie. Sie ist außerdem Empowerment-Trainerin und hilft jungen Menschen, ihre inneren Ressourcen zu aktivieren und im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung eine Stimme zu finden. Auf Social Media klärt sie über Themen rund um die mentale Gesundheit auf und interessiert sich dabei vor allem für Positive Psychologie sowie Resilienz. Ihre große Leidenschaft ist das Reisen und sie liebt es neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Besonders gut abschalten kann Sanaa bei einem Cappuccino im Sonnenschein und mit dem Ratschlag, den sie sich selbst regelmäßig gibt: »Wenn du es eilig hast, dann geh besonders langsam.« (Japanisches Sprichwort). Ihr Tipp für ein erfolgreiches Studium ist, sich stetig für die eigene Leistung zu belohnen, weil es motiviert am Ball zu bleiben und wenn es mal schwierig wird, sich an die eigenen übergeordneten Werte und Ziele zu erinnern: Warum hat man das Studium begonnen?

Sexualisierte Gewalt ist ein ernstes Thema, das leider auch in Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Hochschulen existiert. In diesem Blogbeitrag möchte ich mit dir darüber sprechen, was du tun kannst, wenn dir Betroffene von sexualisierter Gewalt berichten. Außerdem möchte ich dir Unterstützungsangebote aufzeigen, die dir helfen, wenn du selbst betroffen bist und wie du reagieren kannst, wenn du merkst, dass du die Grenzen anderer überschritten hast.

Selbsthilfe und Unterstützung

Was kannst du tun, wenn du selbst betroffen bist?

Wenn du selbst von sexualisierter Gewalt betroffen bist oder warst, ist es wichtig, dass du dich nicht allein fühlst. Es kann sehr schwer sein, über solche Erfahrungen zu sprechen, aber es ist wichtig, dass du dir Unterstützung suchst, um einen gesunden Weg zu finden, die belastenden Erfahrungen zu verarbeiten und einzuordnen. Grenzüberschreitende und bedrohliche Erfahrungen wie sexualisierte Gewalt können langfristig zu verschiedenen Einschränkungen in der psychischen Gesundheit führen. Mögliche Folgen sind zum Beispiel ein negatives Selbstbild, Schuldzuschreibungen, Ängste, Depressionen und Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung durch mangelndes Vertrauen sowie ein vermindertes Selbstwertgefühl. Wende dich deshalb an Vertrauenspersonen wie Freund/innen, Familie oder Beratungsstellen (an deiner Universität). Es gibt auch spezialisierte Organisationen, die Betroffenen von sexualisierter Gewalt Unterstützung bieten. Denke daran, dass es wichtig ist, dich selbst zu schützen und Unterstützung zu suchen, um mit dem Erlebten umzugehen.

Empathie und Unterstützung

Was kannst du tun, wenn dir Betroffene von sexualisierter Gewalt erzählen?

Wenn dir Betroffene von sexualisierter Gewalt ihre Geschichte anvertrauen, ist es wichtig, dass du ihnen mit Empathie und Verständnis begegnest, da Betroffene häufig Scham empfinden und Angst haben, dass man ihnen keinen Glauben schenkt. Zuhören ist hier das A und O. Gib ihnen das Gefühl, ernst genommen und unterstützt zu werden. Es ist nicht deine Aufgabe, die Situation zu beurteilen oder Ratschläge zu erteilen, sondern einfach da zu sein und zuzuhören. Du kannst auch darauf hinweisen, dass es professionelle Unterstützung gibt, wie beispielsweise Beratungsstellen oder psychologische Hilfsangebote. Bei Bedarf kannst du Betroffene dabei unterstützen, diese in Anspruch zu nehmen.

Verantwortung übernehmen

Was kannst du tun, wenn du die Grenzen anderer überschreitest?

Konsens sollte immer die Grundlage für dein Handeln sein. Das bedeutet, dass alle beteiligten Personen freiwillig und einvernehmlich in eine Situation einbezogen werden. Dies gilt insbesondere für sexuelle Handlungen, aber auch für alle anderen Formen der zwischenmenschlichen Interaktion. Es ist wichtig, die Grenzen anderer zu respektieren. Wenn du merkst, dass du jemandem gegenüber übergriffig warst, ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und dich aufrichtig zu entschuldigen, sofern die betroffene Person bereit dazu ist. Respektiere die Grenzen anderer und bemühe dich, aus deinen Fehlern zu lernen. Es ist nie zu spät, dein Verhalten zu reflektieren und zu ändern, um sicherzustellen, dass du in Zukunft respektvoll und sensibel handelst.

Indem du dich deinen Kommiliton/innen, Freund/innen und anderen Menschen gegenüber respektvoll verhältst und Betroffene unterstützt, kannst du dazu beitragen, eine sicherere und unterstützende Umgebung für alle zu schaffen. Wenn du oder betroffene Personen Hilfe benötigen oder jemanden zum Reden brauchen, kannst du dich an Folgende Unterstützungsangebote wenden:


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